Volunteer Program

„Auch in kurzer Zeit kann man einen kleinen, aber doch sehr wichtigen Beitrag leisten. Das haben wir alle bei unserer ersten Ghana Reise erkannt. Und du wirst Freunde fürs Leben gewinnen.“

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, unsere 4 Projekte finanziell zu unterstützen, sodass die Schulen eine solide Lernbasis erhalten. Es war jedoch seit Gründung des Vereins klar, dass ein Volunteer Program einmal Teil unserer Förderung werden soll.

In Kooperation mit der Organisation „Moja kwa Moja –Sei selbst das Projekt“, mit Sitz in Prien, haben wir nun dieses Freiwilligenprogramm gestartet. Was 2015 durch eine Zufallsbegegnung in Accra angefangen hat, wird nun durch eine selbstentwickelte Zusammenarbeit freundschaftlich weitergeführt. Unser Partnerverein „Moja kwa Moja“ hat schon einige Erfahrungen im Entsenden von Freiwilligen und somit können wir unsere Synergie nutzen, um nachhaltig zu agieren und vorbildlich vor Ort mitzuwirken.

Das Freiwilligenprogramm soll neben der finanziellen Förderung der Schulen eine weitere Form der Unterstützung sein, die vor allem die Partnerschaft und Zusammenarbeit auf Augenhöhe und den interkulturellen Austausch im Fokus hat.

Interessierte können nun an unseren Partnerschulen in Ghana auf verschiedenen Wegen mitarbeiten. Dabei soll jedoch nicht in das Curriculum eingegriffen werden. Vielmehr geht es um effektive, durchdachte Projektarbeit, die der Freiwillige in Eigenregie unternimmt.

Betont wichtig ist uns der Gedanke, dass die Projektidee einen edukativen, nachhaltigen Effekt auf beiden Seiten der Zusammenarbeit hat. Der Freiwilligendienst soll also nicht die überstülpende „Hilfe“ westlicher Länder sein. Es geht hier um den Austausch zwischen Menschen aus verschiedenen Teilen der Erde, den wir mit dieser Zusammenarbeit schaffen können. Leben, Schule und Arbeit in Ghana hautnah mitzuerleben hinterlässt einen tiefen Eindruck!

Zusammen mit unserem Partner „Moja kwa Moja“ stellen wir eine kostengünstige und moderne Unterkunft in der Nähe unserer Projekte. Die Freiwilligen wohnen dort in betreuten Unterkünften, haben somit rund um die Uhr und zu allen Belangen einen Ansprechpartner.

About the volunteer program

Neben der persönlichen Betreuung während der Vorbereitung auf die Reise und den Aufenthalt bis zur Rückkehr aus Ghana unterstützen dich beide Partner in sämtlichen Belangen:

UNSERE UNTERSTÜTZUNG:

  • Booking a flight
  • Applying for a visa
  • Taking out insurance for the entire stay, including arrival and departure
  • Introduction to socio-economic and cultural realities in Ghana
  • Assisted accommodation in Ghana
  • Conclusion of a contract
  • Reflection talks

ANFORDERUNGSPROFIL:

  • Minimum age: 18 years
  • Knowledge of English is necessary
  • Duration of stay can vary by arrangement (at least two months)
  • Planning your own project / action on site
  • In the event of health complaints or impairments, appropriate measures must be taken together with the contract partners to ensure the necessary medical care is provided

LEISTUNGSPROFIL:

  • Teaching assistant in the classroom
  • Afternoon care
  • Implementation of specialist areas (Gardening, technology, building maintenance, etc.)
  • Realization of a self-initiative planned action in favor of schools, accommodation or intercultural exchange

Unsere Unterkünfte:

In unseren Unterkünften lebst du zusammen mit ghanaischen Familien. So bekommst du hautnah den Alltag mit und hast jederzeit für alle Belange  Anprechpartner. Alle Unterkünfte sind nach ghanaischen Verhältnissen modern eingerichtet und gepflegt. Zudem steht dir ein eigenes Schlafzimmer und Bad zur Verfügung.

Dies bietet dir die Möglichkeit, auch außerhalb deines Projektes besondere Erfahrungen zu sammlen. So fühlst du dich schnell in der fremden Kultur Zuhause.

 

Im Januar 2020 ist unsere erste Freiwillige Steffi nach Ghana gereist, um für fünf Monate das Land und die Leute kennenzulernen und in unseren Projekten mit anzupacken. Vor Ort hat Steffi Zeit an allen vier Schulen verbringen können und Kasoa kennengelernt. Eigentlich wollte sie noch ein Projekt für die Schülerinnen und Schüler der Schulen vorbereiten, musste wegen des Coronavirus aber leider kurzfristig und viel früher als geplant aus Ghana abreisen.
Trotzdem freuen wir uns natürlich sehr über die Zeit, die Steffi als Freiwillige in unseren Projekten verbringen konnte. Den ausführlicheren Bericht, den sie für unsere Mitgliederversammlung Ende Februar geschrieben hat, kannst du hier nachlesen.

Mein Name ist Steffi, ich bin 18 Jahre alt und habe letztes Jahr mein Abitur gemacht. Danach wollte ich unbedingt ins Ausland, um dort als Freiwillige zu arbeiten, hatte allerdings Schwierigkeiten, eine Organisation zu finden, die meinen Vorstellungen entspricht. Über Freunde habe ich von der Organisation „Moja kwa Moja“ und deren Freiwilligenprogramm erfahren. Von Maxi, dem Gründer von „Moja kwa Moja“, habe ich genauere Infos bekommen und war sofort begeistert. So kam es dazu, dass ich nach einigen Vorbereitungen, bei denen ich von Maxi und Tanja unterstützt wurde, am 8.Januar 2020 nach Accra (in die Hauptstadt von Ghana) geflogen bin.

Dort wollte ich für fünf Monate mit Ruth (meiner Gastmutter) und ihren beiden Töchtern Emanuella (17) und Vanessa (19) wohnen. Nach einem Monat sind wir von einer Wohnung in ein kleines Haus in Kasoa (eine Stadt in der Nähe von Accra) gezogen. In den ersten Wochen war ich an der „Sanbel School“ in Kasoa. Dort habe ich in verschiedenen Klassen die Lehrer im Unterricht unterstützt, schwächeren Schülern geholfen, in den Pausen mit den Kindern gespielt, kleine Streite geschlichtet und vieles mehr. Außerdem war ich zweimal mit einem Teil der Schüler in einem Schwimmbad in der Nähe, wo Schwimmunterricht gegeben wurde und habe bei einem Projekt zur Aufklärung und Prävention von Depressionen mitgewirkt.

Obwohl ich mich dort sehr wohl fühle, mich schnell eingelebt habe und die Kinder schon ins Herz geschlossen hatte, wollte ich die anderen Schulen, die von „Ein bunter Bund mit Ghana“ unterstützt werden, ebenfalls anschauen. Deshalb habe ich nach ein paar Wochen die „P.Brainy Kids Academy“ (inklusive der Tochterschule „Beneficial School“), „Marantha“ und „Endtime“ für jeweils ein bis zwei Wochen besichtigt. An jeder Schule hatte ich unterschiedliche Aufgaben, aber alle haben mir wirklich gut gefallen. Es war interessant die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Unterrichtsstilen und den Schulalltagen zu sehen. Danach bin ich wieder zurück an die „Sanbel School“ gegangen und habe dort ein kleines Projekt über Müllentsorgung geplant, welches leider nicht mehr stattfinden konnte.

Außerdem habe ich mich einige Male mit Wasila, der Gründerin der „Sila-Foundation“ getroffen. Sie hilft Mädchen und Frauen, die auf der Straße leben, indem sie ihnen ein Dach über dem Kopf, einen besseren Job und die Möglichkeit, zur Schule zu gehen, geben will. Die „Sanbel School“ hat sich dazu bereit erklärt, diese Frauen aufzunehmen. Bis jetzt hat aber leider erst ein Mädchen die Chance, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen, was Wasila natürlich ändern möchte. Um sie dabei zu unterstützen, habe ich die verschiedenen Unterkünfte, in denen die Mädchen leben, und die Orte, an denen sie ohne Wasilas Hilfe leben würden besichtigt und mit ihnen zusammen gelernt, Seifen herzustellen, die später verkauft werden können. Ich werde auf jeden Fall mit Wasila in Kontakt bleiben, um Ideen zu sammeln und Möglichkeiten zu finden, möglichst vielen Frauen und Mädchen die Chance auf Schulbildung und ein sicheres Zuhause zu geben.

Zudem habe ich mich mit einem Ghanaer getroffen, der sich für Bildung einsetzt und sich dabei besonders auf Hygiene bei Frauen fokussiert hat. Wir hatten vor, zusammenzuarbeiten, dass ich ihn und sein Team bei der Aufklärung über weibliche Hygiene unterstützen kann. Da auch das leider nicht mehr geklappt hat, werde ich auch mit ihm für zukünftige Projekte in Kontakt bleiben. In meiner Freizeit habe ich oft etwas Freunden und anderen Freiwilligen unternommen, die ich dort kennengelernt habe. In Kaosa und Accra gibt es eine Menge sehenswerter Orte, wie eine Vielzahl von Stränden und Märkten. Insgesamt ist die Zeit wie im Flug vergangen und ich habe mich richtig gut eingelebt. Deshalb war für mich der Abschied umso schwerer, als ich nach zweieinhalb Monaten kurzfristig wegen dem Coronavirus nach Hause fliegen musste und ich habe fest vor, so bald wie möglich zurückzukehren.