Ghanaisches Bildungssystem

Kleiner Einblick in das Bildungssystem in Ghana

Eine schulische Grundausbildung ist in Ghana Pflicht. Sie wird primär durch staatliche Schulen gewährleistet. Da es aber nicht genügend staatliche Schulen gibt, wird die Schulausbildung durch privat geführte Schulen unterstützt. Diese bekommen zwar eine kleine Unterstützung durch die verschiedenen Gemeinden, jedoch bleibt der Hauptteil des zu zahlenden Betrags an den Eltern hängen. Das können sich viele Familien nicht leisten. Generell müssen die Familien für Schulweg, Schulmaterialien, Essen und die Uniform aufkommen. Die Uniform muss von jedem Schüler getragen werden und variiert von Schule zu Schule.

Die Schulausbildung beginnt mit dem Kindergarten, der mit der Vorschule in Deutschland zu vergleichen ist. In die Vorschule kommen schon Kinder mit 2 Jahren. Dort werden den Kindern Zahlen und Buchstaben beigebracht. Wenn die Kinder diese beherrschen, werden sie in die Primary School eingeschult. Diese dauert in der Regel 6 Jahre. Die Fächer sind vergleichbar mit den in Deutschland in Klasse 1-7 unterrichteten Inhalten.

An die Primary School gliedert sich die Junior High School. Diese ist vergleichbar mit der Mittelstufe bei uns. Danach gibt es zwei Möglichkeiten: Eine Ausbildung zu beginnen oder die Senior Secondary School zu besuchen. Die Senior Secondary School dauert 3 Jahre. Nach dem Abschluss besteht die Option an einer Universität zu studieren, oder doch den Weg der Ausbildung zu nehmen. Die Ausbildung findet zum größten Teil in einem Betrieb statt. Einige Betriebe sind an Berufsschulen angegliedert, in denen das Wissen vertieft wird. In der Regel entscheidet der Meister, wann der Lehrling bereit ist, seine Abschlussprüfung anzutreten. Normalerweise ist das nach 2 bis 3 Jahren der Fall.

Auch in Ghana gehören Examen dazu. Jedoch finden diese in der Regel in den letzten Schulwochen vor den großen Ferien statt. Wenn diese bestanden sind, können die Schülerinnen und Schüler nach den Ferien in die nächst höhere Klasse wechseln.

Die Zeugnissübergabe ist deutlich spektakulärer als in Deutschland. Es wird ein kleines Fest mit viel Musik und Tanz veranstaltet. Auch die Schüler dürfen mitwirken und kleine Showeinlagen wie traditionelle Tänze aufführen. An diesem Tag dürfen die Kinder in privater Kleidung, meist Sonntagskleidung zur Schule kommen.

Der Schulablauf ist von der jeweiligen Schule abhängig. Es gibt allerdings einige Besonderheiten. Meistens gibt es einen morgendlichen und abschließenden Appell und einmal in der Woche einen Schulgottesdienst. Der Sportunterricht in den Grundschulen findet nicht im Sinne einer Sportstunde statt, sondern in Form eines Sporttages. An diesem werden viele Spiele und kleine Wettbewerbe bestritten. In den höheren Klassen gibt es richtigen Sportunterricht und auch Schulmannschaften, die gegen andere Schulen im Wettkampf antreten, z. B. beim Fußball.

Die Schulen haben an Feiertagen geschlossen. Ebenso gibt es Ferien nach den Examen, sowie an Ostern und Weihnachten.

In den Ferien wird oft freiwilliger Unterricht angeboten, sogenannte „Summer Classes“.

Die Ausbildung der Lehrer in Ghana ist noch nicht einheitlich geregelt. Es gibt keinen Studiengang, wie wir ihn aus Deutschland kennen. Die Ausbildung dauert 3 Jahre, variiert aber sehr stark. In den ghanaischen Schulen wird viel Wert auf Disziplin und Ordnung gelegt. Jedoch ist das für die Kinder nicht immer so einfach. Pünktlichkeit ist für viele ein Problem, da vor allem die Mädchen sich vor der Schule um kleinere Geschwister oder den Haushalt kümmern müssen, sodass sie nicht immer pünktlich in der Schule erscheinen können. Nach der Schule müssen die Schüler oft Dinge auf der Straße verkaufen, somit leiden die Hausaufgaben oder der Schlaf darunter.

Viele Lehrer wenden dann Disziplinierungsmaßnahmen an, die leider oft mit einem Schlagstock durchgeführt werden. Es besteht zwar das Verbot Kinder zu schlagen, es fehlt jedoch an Mitteln, dies durchzusetzen.

Die Schüler sind sehr lernbereit und freuen sich über alles, was sie lernen dürfen. Der Unterricht leidet oft unter den fehlenden finanziellen Mitteln. Sei es adäquates Schulmaterial zu kaufen oder die Lehrer ausreichend zu bezahlen. Das Niveau des Unterrichts leidet, wenn die Lehrer nicht ausreichend bezahlt werden, da der Beruf des Lehrers kein gut bezahlter Job in Ghana ist. Durch eine geringe Bezahlung müssen die Lehrer um ihr „Überleben kämpfen“, wodurch die Motivation zu unterrichten sinkt.

Wir möchten durch den Verein gewährleisten, dass das Equipment adäquat eingesetzt werden kann und vor allem vorhanden ist. Zudem können wir durch die Errichtung und Verbesserung der Gebäude zu einer besseren Arbeitsatmosphäre verhelfen. Du kannst einen Teil dazu beitragen!